Johannes und seine Gedenkstätte

 

Ein Dokumentarfilm in Arbeit von Susanne und Peter Scheiner

Inhalt

Beinahe 70 Jahre nach Kriegsende erwirbt ein Schweizer Unternehmensberater, Johannes Czwalina, mit grossem beeindruckendem Kundenkreis ein Bahnwärterhaus, um es als Gästehaus für ausländische Besucher und Kunden zu nutzen. Das Haus liegt an der Linie, die vom Badischen Bahnhof in Basel nach Lörrach und anderen Orten in Süddeutschland führt, auf Schweizer Seite, in Riehen. Der Firmensitz von Czwalina und auch sein Wohnsitz befinden sich schräg gegenüber. Nichtsahnend will der Unternehmer das kleine Gebäude umbauen und einrichten. Da kommen drei alte Männer zu ihm und erzählen, was es mit dem Haus auf sich hat. Die drei lebten während des Zweiten Weltkriegs mit ihren Eltern darin und beobachteten, als damals kleine Kinder, wie Menschen in einem Schweizer Mannschaftswagen über die Grenze nach Deutschland gefahren wurden. Sie hatten damals als Kinder noch keine rechte Vorstellung von dem, was da vor sich ging, dass nämlich jüdische Flüchtlinge, die sich in die Schweiz hatten retten kännen, zurück nach Deutschland, d.h. zumeist in den Tod geschickt wurden. Erst später wurde ihnen bewusst, was sie da mit angesehen hatten und sie berichteten nun davon.
Johannes hat ein starkes soziales Gewissen; bevor er Unternehmensberater wurde, amtierte er als Pfarrer in Basel. Belastet mit der Geschichte aus frühen Berliner Tagen und nachdem er die oben erwähnten drei Männer angehört hat, beschliesst er kurzerhand, die Idee des Gästehauses zu modifizieren und in dem Bahnwärterhaus auch eine Gedenkstätte für jüdische Flüchtlinge einzurichten.
Wir möchten mit dem Film die Geschichte und die Gegenwart dieser Gedenkstätte, der bisher einzigen auf Schweizer Boden, die an die jüdische Tragödie im Zweiten Weltkrieg erinnert, dokumentieren und zeigen wie ein einzelner sensibler Mensch unter grossen, auch finanziellen Opfern etwas fertiggebracht hat, was in der Schweiz weder Behörden noch Institutionen oder Privatpersonen für nötig erachteten.